Chronik 1946-1960

1946

25. August: Gründung der "Arbeitsgemeinschaft deutscher Fernschachfreunde (BdF)" in Frankfurt/Main. Im Klammerzusatz (BdF) zeigt das "B" das Ziel auf, die Arbeitsgemeinschaft zu einem Bund zu entwickeln.
Bei der Gründungsversammlung des BdF sind anwesend: Dr. E. Adam (Frankfurt/M), O. Benker (Saarbrücken), K. Bernardi (Frankfurt/M), K.H. Boese (Köln), J. Bschorr (Augsburg), P. Firmenich (Buir), O. Katzer (Bad Nauheim), M. Lungmuß (Westerburg), A. Nonnenmacher (Kassel), M. Patalas (Köln), P. Scriba (Vilbel), W. Steinmeyer (Oberhausen-Osterfeld), H. Weyers (Neu-Isenburg).
Die BdF-Leitung setzt sich zusammen aus: Dr. E. Adam (Vorsitzender), H. Colsmann (Kassierer), K. Linnmann (Schriftführer), W. Steinmeyer (1. Turnierleiter), K.H. Boese (2. Turnierleiter), E. Wilhelm (3. Turnierleiter); Spielausschuß: Dr. E. Dyckhoff, Dr. R. Dührssen, P. Firmenich, A. Nonnenmacher; Beisitzer: M. Lungmuß, Dr. H. Meyer, E. Hansen, F. Kluge.

1947

Umbildung des Vorstandes: Geschäftsführer wird P. Firmenich (Buir), die Arbeit der Turnierleitung leistet zunächst ein einziger Turnierleiter: K. H. Boese.
Die Zeitschrift CAISSA wird offizielles Organ des BdF.
Aufnahme des BdF in den IFSB.
Als nationales Spitzenturnier wird die BdF-Bundesmeisterschaft gestartet.
Änderungen in der Besetzung des Vorstandes: Geschäftsführer wird Hans-Werner von Massow (Hamburg), 2. Turnierleiter wird E. Wilhelm (Hamburg), Leiter der Kassenstelle für Berlin und die "Ostzone" wird W. Gregor (Berlin), P. Firmenich übernimmt als Beisitzer Archiv und Chronik des BdF.

1948

Die erste auf dem Weg schriftlicher Abstimmung durchgeführte Vorstandswahl ergibt folgendes Ergebnis: Vorsitzender: Dr. E. Adam (Frankfurt/M), Geschäftsführer: H.-W. von Massow (Hamburg), 1. Turnierleiter: K. H. Boese (Köln), Kassierer: H. Colsmann (Essen).
Folgende internationale Turniere werden veranstaltet: "Blümich-Gedenkturnier" und "Edwin-Weiss-Gedenkturnier".
Teilnahme zweier BdF-Mannschaften an der II. Fernschach-Olympiade.
Teilnahme Dr. Adams am Finale der I. Fernschach-Weltmeisterschaft.
Länderkämpfe gegen England und Finnland.

1949

Veränderungen im Vorstand: K. H. Boese tritt aus beruflichen Gründen als 1. Turnierleiter zurück, sein Nachfolger wird E. Wilhelm; H. Zahn (Frankfurt/M) löst H. Colsman als Kassierer ab. Innerhalb der Turnierleitung arbeiten als Turniersekretär zunächst H. Steinke (Hamburg), dann H.-J. Heitmann (Uelzen) und schließlich K. Klar (Bodenteich).
Februar: Start der 1. Deutschen Jugend-Fernschachmeisterschaft.
März: Start der 1. Deutschen Fernschachmeisterschaft.

1950

Der Vorstand wird durch Wahlen bestätigt.
Start der 3. internationalen Veranstaltung des BdF, das "Dr.-Dührssen-Gedenkturnier".

1951

Zur Unterstützung des Schatzmeisters wird H.-J. Heitmann als Kassensekretär eingesetzt.
Start des 1. Deutschen Fernschach-Pokalturniers (563 Teilnehmer in 57 Gruppen) und der 1. Deutschen Frauen-Fernschachmeisterschaft.
Nach zwölfjähriger Pause erscheint die Zeitschrift FERNSCHACH, herausgegeben von H.-W.von Massow.
17.-23. Juni: Gesamtdeutsches Fernschachtreffen in Eisenach.

1952

Es erfolgt die Namensänderung in "Bund deutscher Fernschachfreunde (BdF)", beschlossen auf einer Vorstandssitzung am 20.09. in Hamburg. Auf der gleichen Sitzung wird das neue BdF-Regelwerk (Satzungen, Spiel- und Turnierordnung) verabschiedet, daß am 1.Januar 1953 in Kraft tritt.
Ab August werden alle BdF-Mitteilungen und die laufenden Turnierberichte in der Zeitschrift FERNSCHACH veröffentlicht.
Lothar Schmid (Bamberg) wird 1. Deutscher Fernschachmeister.

1953

Der BdF-Vorstand verleiht den Fernschachfreunden Kurt Laue (Halle) und Hans-Werner von Massow (Hamburg) in Würdigung ihrer besonderen Verdienste um das Fernschach die Ehrenmitgliedschaft.
Im Januar nehmen 729 Fernschachfreunde in 81 Vorgruppen zu je 9 Teilnehmern den Kampf im 2. Deutschen Fernschach-Pokalturnier auf. Mehr als 400 von ihnen beteiligen sich erstmalig an einem Fernturnier.

1954

15. Februar: Start des internationalen Dr.-Dyckhoff-Gedenkturniers mit 1860 Teilnehmern aus 33 Nationen, die bisher größte internationale Schachveranstaltung.
Hermann Heemsoth (Bremen) wird 2. Deutscher Fernschachmeister.
Ilse Kraut (Dresden) wird 2. Deutsche Fernschachmeisterin 1952/54.
Im "Dr.-Dührsen-Gedenkturnier" siegt in der Endrunde A K. Kaliwoda (AUS) mit 7 aus 8 Pkt., in der Endrunde B F. Baumbach (DDR).

1955

Der Weltfernschachbund (ICCF) vergibt die Lizenz für die neu zu schaffenden Europa-Fernturniere an den BdF. H.-W. von Massow wird Organisationsbevollmächtigter für diese Turniere, E. Wilhelm Leiter des Europa-Turnierbüros.
Das Finale der 2. Fernschach-Mannschafts-Weltmeisterschaft bringt der CSSR einen knappen Sieg vor Schweden und Deutschland, der Titelverteidiger Ungarn muß sich mit dem 5. Platz begnügen. Es ist der erste internationale Titelkampf, an dem nach Kriegsende Deutschland beteiligt ist. Die Spieler der (gesamt-) deutschen Nationalmannschaft sind: Dr. Edmund Adam (Frankfurt/M.), Lothar Schmid (Bamberg), Erwin Röhrich (Alsfeld), Berthold Koch (Berlin), Wilhelm Schönmann (Hamburg) und Walter Niephaus (Düsseldorf). Endstand: 1. CSSR (27½ Punkte), 2. Schweden (27½ ), 3. Deutschland (27), 4. USA (23), 5. Ungarn (21½ ), 6. Norwegen (20), 7. Frankreich (14½ ), 8. Indien (7).
Am 13. April finden zwischen Vertretern des BdF und der Sektion Schach der DDR Verhandlungen statt, die mit folgender Vereinbarung abschliessen: Es wird ein paritätisch besetzter "Arbeitsausschuß Deutsches Fernschach" gebildet, dem jeweils zwei stimmberechtigte Vertreter beider Organisationen angehören. Der Arbeitsausschuß regelt alle Fragen, die mit der Durchführung gesamtdeutscher Fernturniere in Zusammenhang stehen und benennt deutsche Nationalmannschaften. Beide Organisationen können eigene Fernturniere veranstalten, außer den gesamtdeutschen Fernturnieren, die vom Arbeitsausschuß ausgeschrieben werden. Meisterturniere werden nur gesamtdeutsch durchgeführt.
Start der 3. Fernschach-Manschaftsweltmeisterschaft. Der Arbeitsausschuß Deutsches Fernschach stellt folgende Mannschaft auf: Dr. M. Schäfer (Göttingen), O. Junge (Hamburg), K. Knothe (Stadtroda), R. Schlieder (Rostock), E. Hrudka (Werdau), H. Kracke (Hamburg).

1956

Hermann Heemsoth wird Präsident des BdF. Die Vorstandswahl ergibt folgende Änderungen: Präsident: Hermann Heemsoth (Bremen), Geschäftsführer: H.-W. von Massow (Hamburg), 1. Turnierleiter: E. Wilhelm (Hamburg), Schatzmeister: H.-J. Heitmann (Uelzen). An der Wahl beteiligten sich 598 Mitglieder.
Der Vorstand des BdF beschließt, künftig in möglichst vielen Ländern der BRD Fernschachtreffen durchzuführen, um so ein persönliches Kennenlernen der Fernschachfreunde zu fördern. Gesellige Veranstaltungen sollen gleichermaßen wie nahschachliche das Programm dieser Treffen gestalten. Das erste Fernschachtreffen findet vom 27. bis 31. Dezember in Stadtprozelten statt, die Organisation übernimmt Dr. Hermann Meyer.
Horst Rittner (Berlin) wird 3. Deutscher Fernschachmeister.
20. Januar : Start des 3. Deutschen Fernschach-Pokalturniers mit 738 Teilnehmern in 82 Gruppen zu je 9 Spielern.
Harald Fabricius (Heidelberg) wird 3. Deutscher Jugend-Fernschachmeister 1954/56.

1957

Gegen Polen beginnt im Januar ein Länderkampf an 24 Brettern.
Start eines Wettkampfes an 100 Brettern zwischen einer gesamtdeutschen Mannschaft und der UdSSR.
20. bis 27. Oktober Fernschachtreffen in Oppenheim.
Das Dr.-Dyckhoff-Gedenkturnier ist beendet. Mit 1860 Teilnehmern aus 33 Nationen aller Erdteile war es die bisher größte internationale Schachveranstaltung. Mehr als 8500 Fernpartien wurden gespielt. Rechnet man durchschnittlich 30 Züge je Partie, so sind es mehr als 250.000 Züge. Das bedeutet, daß mehr als eine halbe Million Fernschachkarten Ländergrenzen und Kontinente überquerten. Nicht nur zahlenmäßig, auch qualitativ war es eine Veranstaltung besonderer Art. Die führenden Fernschachmeister der Welt nahmen bis auf wenige, die aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen fernbleiben mußten, an den Kämpfen teil. Es siegte beindruckend Lothar Schmid (Bamberg) mit 14 Punkten aus 16 Partien.
Der BdF-Vorstand verleiht den Fernschachfreunden Alfred Giertz (Kassel), Wilhelm Schönmann (Hamburg) und Eberhard Wilhelm (Hamburg) in Würdigung ihrer besonderen Verdienste um das Fernschach die Ehrenmitgliedschaft.
Die gemäß § 13 der neuen Satzungen erforderliche Vorstandsergänzungswahl wird unter Leitung des Wahlvertrauensmannes Dr. H.W. Dünhaupt (Verden) durchgeführt. An der Wahl beteiligen sich mit gültigen Stimmzettel 559 Mitglieder. Es werden gewählt als 2. Turnierleiter Kurt Wehling (Hamburg) mit 549 Stimmen (8 Enthaltungen, 2 Ablehnungen) und als Turniersekretär Kurt Klar (Bodenteich) mit 549 Stimmen (6 Enthaltungen, 4 Ablehnungen).
Am 25. Juli startet die 6. Deutsche Fernschachmeisterschaft in 7 Gruppen zu 10 bzw. 11 Teilnehmern.
25.07. Start der 3. Deutschen Frauen-Fernschachmeisterschaft 1957/59.
August: Start Länderkampf Spanien gegen Deutschland.
Für das Finale der III. Fernschach-Olympiade nominierte der Arbeitsausschuß Deutsches Fernschach folgende Mannschaft: Horst Rittner (Berlin), Hermann Heemsoth (Bremen), Berthold Koch (Berlin), Erwin Röhrich (Alsfeld), Heinz Krebs (Neuwied), Leo Schindler (Strausberg).
10 Jahre deutsches Nachkriegsfernschach. Mehr als zweitausend Turniere mit rund 25000 Teilnehmern - das ist die zahlenmäßige Bilanz zehnjähriger Arbeit des deutschen Fernschachs in der Nachkriegszeit.

1958

1. März: Start des 4. Deutschen Fernschach-Pokalturniers mit 1155 Teilnehmern in 105 Gruppen. Es ist dies die letzte gesamtdeutsche Veranstaltung.
Am 18. Januar stirbt im Alter von 63 Jahren Dr. Edmund Adam, von 1946 - 1956 Präsident des BdF.
Dr. Edmund Adam
Dr. Edmund Adam
Dr. Joachim Hübener (Bonn) wird 4. Deutscher Fernschachmeister 1955/58.
3. Deutsches Fernschachtreffen in Strande.

1959

Die Ehrenmitgliedschaft wird verliehen an Bertl von Massow (Hamburg) und Paul Scriba (Mainz).
16. bis 20. Mai 4. Deutsches Fernschachtreffen in Hiddesen.
G. Möhring (Halle) wird 4. Deutscher Jugend-Fernschachmeister 1956/58 mit 14½ Punkten aus 15.
Annemarie Müller (Leipzig) wird 3. Deutsche Frauen-Fernschachmeisterin 1957/59 mit 10 Punkten aus 11 Partien.
Der BdF-Geschäftsführer, H.-W. von Massow, wird zum Präsidenten des Weltfernschachbundes (ICCF) gewählt.
Auf dem ICCF-Kongreß wird Lothar Schmid (Bamberg) der Titel Fernschach-Großmeister verliehen.

1960

Am 26. Oktober stirbt im Alter von 45 Jahren Eberhardt Wilhelm.
Die ICCF beruft Bertl von Massow zur Nachfolgerin als Leiter des Europa-Turnierbüros.
Berthold Koch (Berlin) wird 5. Deutscher Fernschachmeister 1957/60.
4. bis 12. Juni 5. Deutsches Fernschachtreffen in Ueberlingen.
Rolf Schlieder (Rostock) Sieger des 3. Deutschen Fernschachpokalturniers 1956/59 (11 ½ aus 14).
Vorstandswahl: An der Wahl beteiligen sich 676 Mitglieder. Es werden gewählt als Präsident Hermann Heemsoth mit 657 Stimmen (8 Enthaltungen, 10 Ablehnungen), als Geschäftsführer Hans-Werner von Massow mit 660 Stimmen (5 Enthaltungen, 10 Ablehnungen), als Schatzmeister Hans-Joachim Heitmann mit 660 Stimmen (7 Enthaltungen, 8 Ablehnungen), als 1. Turnierleiter Eberhardt Wilhelm mit 655 Stimmen (10 Enthaltungen, 10 Ablehnungen), als 2. Turnierleiter Kurt Wehling mit 655 Stimmen (13 Enthaltungen, 7 Ablehnungen), als Turniersekretär Kurt Klar mit 658 Stimmen (9 Enthaltungen, 8 Ablehnungen).
Auf dem ICCF-Kongreß wird Horst Rittner (Berlin) der Titel Fernschach-Großmeister verliehen.